WSMP Clubmannschaft

von Frank Kämmerling

Ein echtes Highlight im Kalender der Clubmannschaft ist der alljährliche Willy-Schniewind Mannschaftspreis. Dieser vom Landesgolfverband ausgerichtete Wettbewerb findet lediglich an einem Sonntag im Jahr statt und wartet stets mit einem besonderen Spielmodus auf. So schicken die sechs Clubs einer Liga morgens sechs Spieler zum „normalen“ Einzel-Zählspiel auf die Runde. Auf Basis der jeweils fünf besten Ergebnisse tragen die beiden besten Mannschaften am Nachmittag sechs Matchplays um den Aufstieg, die anderen vier Clubs um zwei Abstiegsplätze aus. Ein echtes Mann-gegen-Mann mit einem leichten Hauch von Ryder-Cup-Feeling also.
 
Im vergangenen Jahr mussten wir uns auf der Anlage vom RSB in Dortmund trotz wirklich guter Leistung leider knapp geschlagen geben und stiegen in die 4. Liga ab. Für uns war vor der Saison daher klar, es kann nur ein Ziel geben: der direkte Wiederaufstieg! Die Auslosung führte uns dazu zum GC Dreibäumen ins Bergische Land. Dort galt es einen Platz zu spielen, der auf den ersten Blick aufgrund seiner eher kurzen Spielbahnen für durchaus machbar gehalten werden durfte. Spätestens die Gespräche mit Clubmitgliedern über unseren bevorstehenden Ausflug nahmen einem jedoch jegliche Illusionen. Ständige Hanglagen und Grüns von der Größe eines Supermarktplatzes sollten uns erwarten.
 
Im Gegensatz zur Deutschen Golfliga sind bei diesem Wettspiel beide Geschlechter zugelassen. So blieb uns für die Aufstellung noch mehr Spielraum für taktische Überlegungen. Auch, dass Max Ropinski an diesem Wochenende wieder mal in der Heimat war, half uns sehr. So meldete der GCUF für das Einzel neben Max schließlich Karsten Schumacher, Johannes Kobeloer, Matthis Gülde, Marcel Harsiepen und Amélie Pradel. Für das Matchplay hatten wir uns zudem überlegt, mit Jani Schweppe und Torben Clöer zwei nervenstarke Spieler einzuwechseln.
 
Um perfekt auf den Platz und seine Tücken eingestellt zu sein, starteten wir bereits samstags in das Schniewind-Wochenende. Alle Spieler trafen sich zur Einstimmung in der Mittagszeit im dortigen Clubhaus. Nach einem Kaffee ging es gemeinsam auf die Range, um anschließend in zwei Gruppen in die Proberunde zu starten. Das Wetter spielte leider überhaupt nicht mit. Durchgehender Nieselregen, ein ständiger leichter Wind und Temperaturen so gerade im zweistelligen Bereich machten die Vorbereitung zu einer echten Herausforderung. Dennoch galt es natürlich sich möglichst viele Notizen zu machen und Spielvarianten auszuprobieren. Am Ende waren wir trotzdem froh, dass auch dieser Platz nur 18 Löcher hat und unser Hotel direkt im Clubhaus gelegenen war. Nach der verdienten wärmenden Dusche, ließen wir den Abend beim gemütlichen Italiener im Clubhaus ausklingen.
 
Dass das Übernachten unmittelbar am Club ein wirklicher Gewinn war, merkten wir auch am Spieltag selbst. Der Autor dieses Textes beispielsweise nutze die Chance und stand bereits um 6 Uhr auf dem Puttinggreen, um das am Vortag noch fehlende Gefühl für die überaus langen Putts zu finden. Andere Spieler wiederum konnten jede Minute Schlaf ausnutzen. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es dann aber endgültig für alle los: 18 Löcher Einzel-Zählspiel bei zum Glück besserem Wetter. Die Flights sahen es vor, dass wir gemeinsam mit den Spielern des Heimatclubs auf die Runde gingen und somit den wohl ärgsten Kontrahenten um den Aufstieg aus nächster Nähe betrachten konnten. Als die ersten drei Golfer unseres Teams wieder ins Clubhaus kamen, war klar, wir haben eine echte Chance unser Ziel zu erreichen. Johannes (-1), Max (0) und Karsten (+2) brachten die lange Zeit besten Runde aller Spieler ins Clubhaus. Und auch unsere drei anderen Akteure gaben alles und kamen mit guten Scores zurück. Am Ende reichte das für Platz 2 und damit für die Qualifikation zum Aufstiegs-Matchplay gegen die Heimmannschaft aus Dreibäumen.
 
In dieses Matchplay startet Jani zuerst und bekam es direkt mit dem besten Spieler des Vormittags zu tun. Dort spielte das einzige Plushandicap im Turnier nämlich eine drei unter Par-Runde. Alle weiteren Matchplays waren von den Handicaps her etwa ausgeglichen; vielleicht mit kleinem Vorteil auf unserer Seite, der sich durch den Heimvorteil aber sicher relativierte. Es versprach also spannend bis zum Schluss zu werden und so kam es dann auch. Drei der sechs Matches gingen bis weit in die zweiten Neun; teils bis auf das 18. Loch. Jani konnte lange Zeit mit seinem Kontrahenten mithalten musste sich dann aber doch geschlagen geben. Max und Matthis hingegen konnten ihre Matches souverän gewinnen. Es stand also 2-1 für uns und damit fehlten noch eineinhalb Punkte. Karsten lag in seinem Match bis zur 18 fast ausschließlich auf unter Par-Niveau gleichauf und holte schließlich einen halben Punkt. Torben und Johannes lagen meist knapp in Führung. Es sah also sehr gut aus. Leider musste sich Johannes am Ende doch knapp geschlagen geben. Doch der Frust hielt nicht lange vor, denn noch während er seinem Gegner auf dem 18. Grün zum Sieg und zur tollen Moral gratulierte, kam Torben über das Fairway und das, ohne zu spielen. Das musste bedeuten, er hatte sich auf dem 17 Loch durchgesetzt und somit den fehlenden Punkt gesichert. Der Aufstieg war also perfekt!!!
 
Die Freude unserer Mannschaft über den großartigen Erfolg war natürlich riesig. Fair gratulierten wir auch der Mannschaft aus Dreibäumen zu ihrer tollen Leistung. Nach zwei leckeren Kaltgetränken im Clubhaus und Gratulationen der anderen Teams, unserer Trainer und des Präsidenten Werner Siepmann, machten wir uns glücklich aber auch sichtlich erschöpft auf den Heimweg. Ein abschließender Dank geht an den austragenden Club samt Gastronomie für die tolle Organisation und die heimische Clubmannschaft für den erstklassigen und fairen Fight.
 
Einzel:    
Johannes 70 -1
Max  71 0
Karsten  73 2
Matthis  80 9
Marcel  84 13
Amelie  89 18
     
Matchplay:    
Matthis  5 und 4  
Max  3 und 2  
Torben  2 und 1  
Karsten  all square  
Johannes  2 down  
Jani  4 down  

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